Am 29. August feiert die Kirche den Gedenktag der Enthauptung des hl. Johannes des Täufers. Es ist ein Gedenktag mit einem traurigen Inhalt. Das in den Evangelien berichtete Martyrium Johannes’ des Täufers wird vom jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus in der Feste Machaerus östlich des Toten Meeres lokalisiert. Seine Beisetzung soll nach alter Überlieferung in Sebaste erfolgt sein, wo das angebliche Grab unter Julian Apostata zerstört wurde. Seit dem Martyrologium Hieronymianum (5. Jahrhundert) gilt der heutige Tag in den meisten liturgischen Dokumenten als Gedenktag der Enthauptung.
Der Gedenktag ist ohne die große liturgische Feierlichkeit, die am 24. Juni, dem Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers, vorgesehen ist. Im Tagesgebet der hl. Messe heißt es: „Allmächtiger Gott, du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen, deinem Sohn im Leben und im Tod voranzugehen und für Recht und Wahrheit Zeugnis zu geben. Gib auch uns die Kraft, für den Anspruch deiner Lehre unerschrocken einzutreten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.“
Im Evangelium (Mk 6,17-29) hören wir an diesem Tag, weshalb Johannes der Täufer von Herodes umgebracht wurde. Dessen Frau Herodias verzieh Johannes nicht, dass er entsprechend der geltenden Ehegesetzgebung zum Ausdruck gebracht hatte, dass Herodes nicht das Recht hatte, die Frau seines Bruders zu heiraten. Und der Kommunionvers der Eucharistiefeier beinhaltet Worte des Täufers, die seine Sendung im Blick auf Jesus, den Erlöser der Welt, beschreiben: „Johannes sprach: Jener muss wachsen, ich aber geringer werden.“