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Zum Gedenktag des hl. Franz v. Sales am 24. Januar

Franz von Sales wurde 1567 auf Schloss Sales in Savoyen geboren. Aus einer adligen Familie stammend erhielt er eine gründliche Ausbildung und durfte eine harmonisch verlaufende Jugend erleben. Allerdings erlebte er als junger Erwachsener eine tiefe innere Krise, die ihn dazu führte, über sein ewiges Heil und Gottes Prädestination nachzudenken. Papst Benedikt XVI. hielt in einer Ansprache am 2.3.2011 über diese Zeit Folgendes fest: „So durchlitt er die wichtigsten theologischen Fragen seiner Zeit als wahres geistliches Drama. Er betete inständig, aber der Zweifel quälte ihn so stark, dass er einige Wochen lang fast gar nicht essen und schlafen konnte. Auf dem Höhepunkt der Prüfung begab er sich in die Kirche der Dominikaner in Paris, öffnete sein Herz und betete: »Was auch immer geschehen mag, Herr, der du alles in deinen Händen hältst und dessen Wege Gerechtigkeit und Wahrheit sind; wofür auch immer du mich bestimmt hast…; dich, der du stets ein gerechter Richter und barmherziger Vater bist, werde ich lieben, o Herr […], ich werde dich hier lieben, o mein Gott, und werde immer auf deine Barmherzigkeit hoffen, und werde dich stets aufs Neue loben… O Herr Jesus, du sollst stets meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden sein« (1 Proc. Can., Bd. I, Art. 4). Der 20-jährige Franz fand den Frieden in der radikalen und befreienden Wirklichkeit der Liebe Gottes: ihn zu lieben, ohne irgendetwas dafür zu verlangen und auf die göttliche Liebe zu vertrauen; nicht mehr zu fragen, was Gott mit mir machen wird: Ich liebe ihn einfach, unabhängig davon, was er mir gibt oder nicht gibt. So finde ich den Frieden, und das Problem der Prädestination – über das in jener Zeit diskutiert wurde – war gelöst, weil er nicht mehr suchte als das, was er von Gott bekommen konnte. Er liebte ihn einfach, er überließ sich seiner Güte. Und das wird das Geheimnis seines Lebens sein, das in seinem Hauptwerk zutage tritt: den Abhandlungen über die Gottesliebe.“

Am 18.12.1593 wurde er zum Priester geweiht. Er missionierte unter großen Anstrengungen und mit Erfolg bei den Kalvinisten südlich des Genfer Sees. Im Jahr 1602 wurde er Bischof von Genf mit dem Sitz in Annecy. Er war ein unermüdlicher Seelsorger und Prediger, ein Lehrer geistlichen Lebens durch Wort und Schrift. Seine berühtesten Werke sind „Philothea“ und „Theotismus“, die über die Jahrhunderte großen Einfluss auf die Spiritualität der Christen ausgeübt haben und weiterhin von großem Nutzen sind. Zusammen mit der heiligen Johanna Franziska von Chantal gründete er den Orden der Heimsuchung Mariens (Salesianerinnen). Er starb 1622 im Alter von 55 Jahren. Papst Benedikt XVI. würdigte in oben genannter Ansprache sein Wirken: „Das Leben des hl. Franz von Sales war relativ kurz, wurde aber mit großer Tiefe gelebt. Von der Gestalt dieses Heiligen geht der Eindruck einer Erfüllung aus, die man nur selten findet. Sie zeigt sich in der inneren Ruhe seiner intellektuellen Suche, aber auch im Reichtum seiner Empfindungen, in der »Sanftheit« seiner Lehren, die einen großen Einfluss auf das christliche Gewissen hatten. Er verkörperte mehrere Bedeutungen des Begriffs »Menschlichkeit«, die dieses Wort damals wie heute annehmen kann: Kultur und Höflichkeit, Freiheit und Zärtlichkeit, Adel und Solidarität. … Die altehrwürdigen Worte und Bilder, in denen er sich ausdrückte, klingen auch in den Ohren des heutigen Menschen ganz unerwartet wie eine vertraute Muttersprache.“ An Philothea, die ideelle Empfängerin seiner Anleitung zum frommen Leben (1607), richtet Franz von Sales eine Aufforderung, die damals revolutionär erscheinen konnte: die Aufforderung, völlig Gott zu gehören, die Anwesenheit in der Welt und die Pflichten des eigenen Standes in Fülle zu leben. Ich »will gerade jenen helfen, die in der Stadt, im Haushalt oder bei Hof leben […]« (Vorwort zur Anleitung zum frommen Leben) … So entstand jener Aufruf an die Laien, jene Sorge um die Weihe der weltlichen Dinge und die Heiligung des Alltags, die das Zweite Vatikanische Konzil und die Spiritualität unserer Zeit immer wieder hervorheben. Es zeigte sich das Ideal einer versöhnten Menschheit, im Einklang von weltlicher Tätigkeit und Gebet, von weltlichem Stand und Streben nach Vollkommenheit, mit Hilfe der Gnade Gottes, die das Menschliche durchdringt, es läutert, ohne es zu zerstören, und es in die göttlichen Höhen erhebt.“