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Neue Enzyklika zum Licht des Glaubens

Papst Franziskus hat am 4. Juli seine erste Enzyklika unter dem Thema „Lumen fidei – Licht des Glaubens“ veröffentlicht. In seiner Einführung zur Enzyklika schreibt Papst Franziskus: „Diese Gedanken über den Glauben möchten ... eine Ergän- zung zu dem sein, was Benedikt XVI. in den Enzykliken über die Liebe und die Hoffnung geschrieben hat. Er hatte eine erste Fassung einer Enzyklika über den Glauben schon nahezu fertig gestellt. Dafür bin ich ihm zutiefst dankbar. In der Brüderlichkeit in Christus übernehme ich seine wertvolle Arbeit und ergänze den Text durch einige weitere Beiträge. Der Nachfolger Petri ist ja gestern, heute und morgen immer aufgerufen, ‚die Brüder zu stärken’ in jenem unermesslichen Gut des Glaubens, das Gott jedem Menschen als Licht für seinen Weg schenkt“. Im ersten Kapitel erläutert er die Botschaft des Glaubens am Beispiel Abrahams. Der Glaube sei an das Hören gebunden. Abraham se- he Gott nicht, aber er hört seine Stimme. Wörtlich heißt es in der Enzyklika: „Der Glaube ist die Antwort auf ein Wort, das eine persönliche Anrede ist, auf ein Du, das uns bei unserem Namen ruft. Die Aussage dieses Wortes an Abraham besteht in einem Ruf und einer Verheißung. Zu allererst ist es ein Ruf, aus dem eigenen Land auszuziehen, eine Aufforderung, sich einem neuen Leben zu öffnen, der Anfang eines Auszugs, der ihn auf eine unerwartete Zukunft unterwegs sein lässt. Die Sicht, die der Glaube dem Abraham verleiht, wird dann immer mit diesem zu vollziehenden Schritt nach vorn verbunden sein: Der Glaube „sieht" in dem Maße, in dem er vorangeht und in den Raum ein- tritt, den das Wort Gottes aufgetan hat. Dieses Wort enthält außerdem eine Verheißung: Deine Nachkommen werden zahl- reich sein, du wirst Vater eines großen Volkes sein (vgl. Gen 13,16; 15,5; 22,17). Es ist wahr, dass der Glaube Abrahams, insofern er Antwort auf ein vorangegangenes Wort ist, immer ein Akt der Erinnerung sein wird. Doch legt dieses Erinnern nicht auf die Vergangenheit fest, sondern wird, da es Erinnerung an eine Verheißung ist, fähig, auf Zukunft hin zu öffnen, die Schritte auf dem Weg zu erleuchten. So wird sichtbar, dass der Glaube als Erinnerung an die Zukunft — memoria futuri — eng mit der Hoffnung verbunden ist.
Was von Abraham verlangt wird ist, sich diesem Wort anzuvertrauen. Der Glaube begreift, dass das Wort, eine scheinbar flüchtige, vorübergehende Wirklichkeit, wenn es vom treuen Gott ausgesprochen wird, das Sicherste und Unerschütterlichste wird, was es geben kann, das, was die Kontinuität unseres Weges in der Zeit ermöglicht. Der Glaube nimmt dieses Wort wie einen sicheren Felsen, auf dem man mit festen Fundamen- ten bauen kann. Darum wird in der Bibel der Glaube mit dem hebräischen Wort ́emunah bezeichnet, das von dem Verb ́amàn abgeleitet ist, welches in seiner Wurzel ‚stützen, tragen’ bedeutet. Der Begriff ́emunah kann sowohl für die Treue Gottes als auch für den Glauben des Menschen stehen. Der gläu- bige Mensch empfängt seine Kraft aus der vertrauensvollen Selbstübergabe in die Hände des treuen Gottes.“
Abschließend schreibt Papst Franziskus über den Glaubensweg Abrahams: „Ein letzter Aspekt der Geschichte Abrahams ist wichtig, um seinen Glauben zu verstehen. Auch wenn das Wort Gottes Neuheit und Überraschung mit sich bringt, liegt es durchaus nicht außerhalb des Erfahrungsbereichs des Patriarchen. In der Stimme, die sich an ihn wendet, erkennt Abraham einen tiefen Ruf, der von jeher in das Innerste seines Seins eingeschrieben ist. Gott verbindet seine Verheißung mit dem Punkt, an dem das Leben des Menschen sich von alters her hoffnungsvoll zeigt: mit der Elternschaft, dem Werden eines neuen Lebens — »Deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebä- ren, und du sollst ihn Isaak nennen« (Gen 17,19). Der Gott, der von Abraham verlangt, sich ihm völlig anzuvertrauen, erweist sich als die Quelle, aus der alles Leben kommt. Auf diese Weise verbindet sich der Glaube mit der Vaterschaft Gottes, aus der die Schöpfung hervorgeht: Der Gott, der Abraham ruft, ist der Schöpfergott, derjenige, der »das, was nicht ist, ins Dasein ruft« (Röm 4,17), derjenige, der »uns erwählt [hat] vor der Erschaffung der Welt« und uns »dazu bestimmt [hat], seine Söh- ne zu werden« (Eph 1,4-5). Für Abraham erhellt der Glaube an Gott die tiefsten Wurzeln seines Seins, erlaubt ihm, die Quelle des Guten zu erkennen, die der Ursprung aller Dinge ist, und gibt ihm die Bestätigung, dass sein Leben nicht vom Nichts oder vom Zufall ausgeht, sondern auf eine persönliche Berufung und Liebe zurückzuführen ist. Der geheimnisvolle Gott, der ihn gerufen hat, ist nicht ein fremder Gott, sondern derjenige, der Ursprung von allem ist und alles erhält. Die große Glaubensprüfung Abrahams, das Opfer seines Sohnes Isaak, zeigt dann, bis zu welchem Punkt diese ursprüngliche Liebe fähig ist, für das Leben auch über den Tod hinaus zu bürgen. Das Wort, das imstande war, in seinem „erstorbenen" Leib und dem ebenso „erstorbenen" Mutterschoß der unfruchtbaren Sara einen Sohn hervorzubringen (vgl. Röm 4,19), wird auch imstande sein, jenseits aller Bedrohung oder Gefahr für die Verheißung einer Zukunft zu bürgen (vgl. Hebr 11,19; Röm 4,21).“
An jedem Freitag hören wir in der Abendmesse um 18.00 Uhr einzelne ausgewählte Abschnitte aus der neuen Enzyklika über das Licht des Glaubens.

Am 4. Juli 2013 wurde die erste Enzyklika von Papst Franziskus unter dem Titel „Lumen fidei – Licht des Glaubens“ veröffentlicht. Dabei konnte Papst Franziskus auf einen Entwurf von Papst Benedikt XVI. zurückgreifen. Jeden Freitag hören wir ausgewählte Abschnitte mit entsprechenden Erklärungen in der Abendmesse um 18 Uhr.
In den ersten Kapiteln der Enzyklika geht es um die alttesta- mentliche Botschaft bezüglich des Glaubens Abrahams und des Volkes Israel:
„12. Die Geschichte des Volkes Israel setzt sich im Buch Exodus auf der Linie des Glaubens Abrahams fort. Wieder geht der Glaube aus einer ursprünglichen Gabe hervor: Israel öffnet sich dem Handeln Gottes, der es aus seinem Elend befreien will. Der Glaube wird auf eine lange Wanderung gerufen, um den Herrn auf dem Sinai anbeten zu können und ein verheißenes Land zu erben. Die göttliche Liebe besitzt die Eigenschaft des Vaters, der seinen Sohn auf dem Weg trägt (vgl. Dtn 1,31). Das Glaubensbekenntnis Israels entfaltet sich in Form einer Erzählung der Wohltaten Gottes, seines Handelns, um das Volk zu befreien und zu führen (vgl. Dtn 26,5-11) — einer Erzählung, die das Volk von Generation zu Generation weitergibt. Das Licht Gottes leuchtet für Israel durch das Gedächtnis der vom Herrn vollbrachten Taten, die im Gottesdienst in Erinnerung gerufen und bekannt und von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden. Daraus ersehen wir, dass das Licht, das der Glaube bringt, an die konkrete Erzählung des Lebens, an das dankbare Gedenken der Wohltaten Gottes und an die fortschreitende Erfüllung seiner Verheißungen gebunden ist. Das hat die gotische Architektur sehr gut zum Ausdruck gebracht: In die großen Kathedralen dringt das Licht vom Himmel her durch die Glasfenster ein, in denen die heilige Geschichte dargestellt ist. Das Licht Gottes kommt zu uns durch die Erzählung seiner Offenbarung und kann so unseren Weg in der Zeit erhellen, in- dem es an die göttlichen Wohltaten erinnert und zeigt, wie seine Verheißungen sich erfüllen.
13. Die Geschichte Israels zeigt uns außerdem die Versuchung des Unglaubens, der das Volk mehrmals verfällt. Das Gegenteil des Glaubens erscheint hier als Götzendienst. Während Mose auf dem Sinai mit Gott spricht, erträgt das Volk das Geheimnis des verborgenen Antlitzes Gottes nicht, es erträgt nicht die Wartezeit. Von seiner Natur her verlangt der Glaube, auf den unmittelbaren Besitz zu verzichten, den die Vision anzubieten scheint — es ist eine Einladung, sich der Quelle des Lichtes zu öffnen, indem man das Geheimnis eines Angesichts respektiert, das sich auf persönliche Weise und zum richtigen Zeitpunkt offenbaren will. Martin Buber zitiert die Worte, mit denen der Rabbiner von Kotzk den Götzendienst definierte: »Wenn ein Mensch ein Gesicht macht vor einem Gesicht, das kein Gesicht ist, das ist Götzendienst.« Anstelle des Glaubens an Gott zieht man vor, den Götzen anzubeten, dem man ins Gesicht blicken kann, dessen Herkunft bekannt ist, weil er von uns gemacht ist. Vor dem Götzen geht man nicht das mögliche Risiko eines Ru- fes ein, der einen aus den eigenen Sicherheiten herausholt, denn die Götzen »haben einen Mund und reden nicht« (Ps 115,5). So begreifen wir, dass der Götze ein Vorwand ist, sich selbst ins Zentrum der Wirklichkeit zu setzen, in der Anbetung des Werkes der eigenen Hände. Wenn der Mensch die Grund- orientierung verloren hat, die seinem Leben Einheit verleiht, verliert er sich in der Vielfalt seiner Wünsche; indem er sich weigert, auf die Zeit der Verheißung zu warten, zerfällt er in die tausend Augenblicke seiner Geschichte. Darum ist der Götzen- dienst immer Polytheismus, eine ziellose Bewegung von einem Herrn zum andern. Der Götzendienst bietet nicht einen Weg, sondern eine Vielzahl von Pfaden, die anstatt zu einem sicheren Ziel zu führen, vielmehr ein Labyrinth bilden. Wer sich nicht Gott anvertrauen will, muss die Stimmen der vielen Götzen hören, die ihm zurufen: „Vertraue dich mir an!" Der Glaube ist, insofern er an die Umkehr gebunden ist, das Gegenteil des Göt- zendienstes und heißt, sich von den Götzen loszusagen, um zum lebendigen Gott zurückzukehren durch eine persönliche Begegnung. Glauben bedeutet, sich einer barmherzigen Liebe anzuvertrauen, die stets annimmt und vergibt, die das Leben trägt und ihm Richtung verleiht und die sich mächtig erweist in ihrer Fähigkeit zurechtzurücken, was in unserer Geschichte verdreht ist. Der Glaube besteht in der Bereitschaft, sich immer neu vom Ruf Gottes verwandeln zu lassen. Das ist das Para- dox: In der immer neuen Hinwendung zum Herrn findet der Mensch einen sicheren Weg, der ihn vom Hang zur Zerstreu- ung befreit, dem ihn die Götzen unterwerfen.“

Die Kirche gibt wie jede Familie den Inhalt ihres Gedächtnisses an ihre Kinder weiter. Wie kann man dies vollbringen, so dass dabei nichts verloren geht und im Gegenteil alles immer mehr vertieft wird im Erbe des Glaubens? Durch die in der Kirche mit Hilfe des Heiligen Geistes bewahrte apostolische Überlieferung stehen wir in lebendiger Verbindung mit dem grundlegenden Gedächtnis. Und »was von den Aposteln überliefert wurde«, sagt das Zweite Vatikanische Konzil, »umfasst alles, was dem Volk Gottes hilft, ein heiliges Leben zu führen und den Glauben zu mehren. So führt die Kirche in Lehre, Leben und Kult durch die Zeiten weiter und übermittelt allen Geschlechtern alles, was sie selber ist, alles, was sie glaubt«. (Dei Verbum Nr. 8)
Der Glaube benötigt in der Tat einen Bereich, in dem er bezeugt und mitgeteilt werden kann und der dem entsprechend und angemessen ist, was mitgeteilt wird. Um einen bloß lehrmäßigen Inhalt, eine Idee weiterzugeben, würde vielleicht ein Buch oder die Wiederholung einer mündlichen Botschaft genü- gen. Aber was in der Kirche mitgeteilt wird, was in ihrer leben- digen Tradition weitergegeben wird, ist das neue Licht, das aus der Begegnung mit dem lebendigen Gott kommt; es ist ein Licht, das den Menschen in seinem Innern, im Herzen anrührt und dabei seinen Verstand, seinen Willen und sein Gefühlsle- ben mit einbezieht und ihn für lebendige Beziehungen in der Gemeinschaft mit Gott und den anderen offen macht. Um diese Fülle weiterzugeben, gibt es ein besonderes Mittel, das den ganzen Menschen ins Spiel bringt: Leib und Geist, Innerlichkeit und Beziehungen. Dieses Mittel sind die Sakramente, die in der Liturgie der Kirche gefeiert werden. In ihnen wird ein inkarniertes Gedächtnis mitgeteilt, das an Räume und Zeiten des Le- bens gebunden ist und alle Sinne anspricht; in ihnen ist der Mensch als Mitglied eines lebendigen Subjekts in ein Geflecht gemeinschaftlicher Beziehungen miteinbezogen. Wenn es stimmt, dass die Sakramente die Sakramente des Glaubens sind, muss man daher auch sagen, dass der Glaube eine sakramentale Struktur hat. Die Wiederbelebung des Glaubens führt über die Wiederbelebung eines neuen sakramentalen Sinns des Lebens des Menschen und der christlichen Existenz. Dabei zeigt sich, wie das Sichtbare und Materielle sich auf das Ge- heimnis der Ewigkeit hin öffnen.

Besondere Termine

Diese Woche
Nächste Woche

Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat

Samstag, 18.01. um 09.00 Uhr Fortbildungsveranstaltung



Jugendtreff

Alle Jugendliche ab 15 Jahre sind zu unserem nächsten Treffen am Dienstag, 21.01. um 18.00 Uhr herzlich eingeladen.


Sakramente

Erstkommunion
Firmvorbereitung

Erst kommunionvorbereitung 2019/2020 :

donnerstags um 15.30 Uhr


Samstag, 25.01. von 10.00 bis 16.00 Uhr Kommunionkindertag im MKH


Sonntag, 26.01. um 10.30 Uhr Vorstellungsgottesdienst





Pfarrgemeinde

Pfarrgemeinde
Weltkirche

Dank für Weihnachtsgaben für Gefangene

Seit einigen Jahren unterstützt unsere Gemeinde zu Weihnachten die Gefangenen in den Kasseler Gefängnissen in Anlehnung an Mt 25,36: „Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.“ Diakon Fröba von der Gefangenenseelsorge in Kassel hat uns einen Dankesbrief eines Gefangenen für die Weihnachtsgaben übermittelt, die auch von unserer Gemeinde reichlich gespendet wurden:                                                                 JVA Kassel 1, 30.12.2019

Liebe Gemeindemitglieder,

bei dem Gleichnis vom verlorenen Sohn, wo der jüngere von zwei Söhnen vom Vater seinen Teil des Vermögens fordert, habe ich immer nur das Vergeuden des Vermögens und das Leid durch den Ruin seines Lebens gesehen. Nun, wo ich schon einige Jahre hier lebe, genauso wie andere, die das gleiche Schicksal tragen und wie ich in den Trümmern ihres Lebens stehen, kann ich die Gedanken des jüngeren Sohnes nachvollziehen. Die Situationen sind gleich.

Viele, die hier sind, haben keine Familie und keine Freunde mehr. Umso beeindruckender ist es, dass Menschen, die keine Beziehung zu unserem Ort haben, für uns Gefangene spenden! Ich verstehe nun den barmherzigen Vater.

Im Namen der IVDG, Interessenvertretung der Gefangenen, bedanke ich mich für die gespendeten Sachen.

                                                              

Dem schließt sich an:

Katholische Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten Kassel

Theodor-Fliedner-Str. 12 / Windmühlenstr. 35, 34121 Kassel, Tel: (0561)   92 86 -347

Gebetsanliegen des Papstes 

Wir beten, dass Christen, Angehörige anderer Religionen und alle Menschen guten Willens sich für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzen

Anbetung

Anbetung am Freitag

Anbetung am Freitag

Auch in neuen Jahr werden wir einmal im Monat stille eucharistische Anbetung halten. Nach der Abendmesse freitags um 18 Uhr ist eine Stunde bis 20 Uhr eucharistische Anbetung in Stille. Die Termine im ersten Halbjahr sind: 17.01.2020, 14.2.2020, 27.03.2020, 17.04.2020, 08.05.2020, 26.06.2020


Alle sind herzlich eingeladen, in der Stille das Geschenk der besonderen Gegenwart Gottes anzunehmen.

St. Pius Kirche

St.Pius

St.Pius unter Denkmalschutz

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen hat unsere Filialkir- che St. Pius in Großenritte als Kulturdenkmal eingestuft und in das Denkmalbuch aufgenommen. Laut Schreiben des Lan- desamtes für Denkmalpflege sind Kulturdenkmäler......

 

Gottesdienste

 

Bürozeiten

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